Eine schwere Geburt

Im Juni wurde mein Sohn geboren, sportlich bin ich bis zum Beginn des 10. Schwangerschaftsmonat geblieben. Wie die Geburt verlaufen ist und warum ich mir alles anders vorgestellt habe, berichte ich euch hier im Blog.

Sport in der Schwangerschaft

Eigentlich hätte ich mir alles anders vorgestellt, als es dann tatsächlich gekommen ist. Das ist wahrscheinlich bei jeder Geburt so, denn man kann es nicht wirklich planen. Als sehr sportliche Person hat man mir immer erzählt, dass ich mir leichttun werde, auch weil ich bis zur 39. Schwangerschaftswoche Sport gemacht habe.

Mit meiner Hebamme habe ich schon früh über Kaiserschnitt und die Geburt an sich gesprochen. Nach diesem Gespräch und weil eben auch Corona die Situation in den Spitälern nicht einfacher gemacht hat, habe ich mich für eine ambulante Geburt entschieden. Da war ich im 5. Monat schwanger, dass meine Schwangerschaft aber 42. +2 Wochen dauern würde, an das habe ich damals nicht gedacht.

Der Termin in der Klinik

Zum Geburtstermin wird man in das Krankenhaus bestellt, für das man sich Monate zuvor angemeldet hat. Bei mir war es das Klinikum Landstraße. Bei diesem Termin wird ein Ultraschall gemacht, sowie ein CTG um die Herztöne zu messen. Alles gut soweit, bis auf die Tatsache, dass man dort nicht informiert wird, was genau gemacht wird und wie lange es dauert. Eine Hebamme, die das CTG gemacht hat, hat mir auch einen Zettel überreicht, wie man Wehen natürlich einleiten kann – Brustwarzen stimulieren, einen Tee mit Ingwer, Nelken und Zimt. Sie meinte auch, wir hier im Krankenhaus leiten Geburten ab dem 6. Tag über dem Geburtstermin ein. Diese Aussage, sowie nervige Kommentare meiner Familie haben bei mir schon eine Nervosität ausgelöst. 4 Stunden später bin ich bei der Kontrolle im Krankenhaus fertig gewesen und wieder nach Hause gegangen. Ich musste aber am übernächsten Tag wieder zur Kontrolle kommen. Zu Hause habe ich dann die Hausmittel genommen, jedoch ohne Erfolg, Wehen waren bei mir noch keine zu spüren. Ich habe auch mit meiner Hebamme telefoniert, sie sagte mir auch, lass dich nicht stressen, unterschreibe einen Revers am Tag 6, sodass du wieder nach Hause gehen kannst. Am 6. Tag über Termin wäre ich offiziell stationär aufgenommen worden, die zuständige Ärztin meinte nach dem CTG, dass alles in Ordnung ist, aber wenn ich jetzt nach Hause wolle, müsse sie mich informieren, dass die Morbidität ab jetzt erheblich ansteigt. Wieder ein Gefühl mehr, das ich in mich aufgenommen habe.

Das lange Warten

Natürliche Wehenmittel

Da sich am Tag 7 immer noch nichts getan hat, musste ich am Tag 8 wieder ins Krankenhaus. Die Hebamme, die mir zu Beginn den Zettel mit den natürlichen Wehenmittel übergeben hat, meinte zu mir, ich soll vernünftig sein und einleiten lassen, wenn ich es bis Tag 10 nicht mache, würden die Ärzte dort von Haus aus einen Kaiserschnitt machen.  Da ich mit den Nerven schon ziemlich fertig war, die Nacht davor kein Auge zugetan hatte, habe ich mich dann am Nachmittag stationär aufnehmen lassen. Mir wurde ein Bett in einem Zimmer zugeteilt, wo eine Frau gerade entbunden hatte und mit ihrem Neugeborenen die erste Nacht verbrachte. Am späten Nachmittag habe ich die künstliche Einleitung bekommen, schon am Abend hatte ich die ersten Wehen und ich musste mich mehrmals übergeben. An Schlaf und Ruhe war nicht zu denken, denn meine Zimmermitbewohnerin hat die ganze Nacht das Licht brennen lassen, um ihr Kind anzusehen das sich auch lautstark gemeldet hat. Noch dazu zog sie es vor, bis Mitternacht zu telefonieren. Außerdem hat es im Zimmer übel nach Kebab gerochen, das hatte sie sich von ihrem Freund/Mann mitbringen lassen. Lüften konnte man nicht, denn die Fenster konnte man nicht öffnen.

Schlaflose Nächte

Nach dieser weiteren schlaflosen Nacht war ich am nächsten Tag bereits ziemlich k.o. Ich habe mich in den Kreissaal geschleppt um zu prüfen, ob die Wehen bereits den Muttermund geöffnet hatten, leider hatte sich nichts getan. Die Wehen waren auch nicht mehr so stark und somit wurde am Nachmittag entschieden, nochmal auf ein Neues die Wehen einzuleiten. Mein Mann hat mich am Nachmittag noch besucht, Besuchszeiten von je einer Person zu fixen Zeiten für 1,5 Stunden waren erlaubt. Mit ziemlichen Schmerzen sind wir im dortigen Krankenhauspark spazieren gegangen, gegessen hatte ich seit 2 Tagen nichts mehr, da die Angst vor dem erneuten Erbrechen groß war und starke Schmerzen verursachte. Ohne Essen habe ich versucht zu schlafen, jedoch mit Licht und Telefonaten ging es einfach nicht. Um 1 Uhr in der Früh habe ich beim Schwesternzimmer um eine Abstellkammer gebeten, um mich dort 2 Stunden auszuruhen. Für mich war es nicht möglich zur Ruhe zu kommen, ganz im Gegenteil meine Nerven lagen blank.  Zuerst durfte ich in den Kreissaal, wo es angenehm ruhig war, leider war es von kurzer Dauer, denn nach 1 Stunde gab es bereits eine Geburt und ich musste wieder aussiedeln. Erneut habe ich beim Schwesternzimmer um einen ruhigen Platz gebeten und man hat mir das Premium Einbettzimmer zur Verfügung gestellt, allerdings mit der Info, das ich sofort raus muss, sollte eine Premiumpatientin reinkommen. Dort habe ich dann 2 Stunden geschlafen, musste aber dann wieder in den Kreissaal da die Wehen stärker wurden. Man hat aber leider wieder keine Öffnung des Muttermundes festgestellt.

Der Tag der Geburt

Am nächsten Morgen bin ich wieder in mein altes Zimmer zurück, gegen 8:00 Uhr hat mir dann eine Schwester mitgeteilt, dass ich fix ins Einbettzimmer übersiedeln darf. Ich habe meine Sachen gepackt und bin in das Einbettzimmer umgesiedelt, das hatte sogar ein eigenes Bad/WC.  Den restlichen Vormittag habe ich dann wieder im Kreissaal verbracht, mein Muttermund war immerhin 1cm geöffnet. Von den Hebammen habe ich ein paar Infusionen gegen die Schmerzen bekommen und so ging es mit Wehen voran bis zum frühen Nachmittag. Bei 3cm durfte ich dann meinen Mann anrufen das er ins Spital kommen darf, die Geburt würde bald losgehen. Da die Schmerzen immer unerträglicher wurden, hat mir die Hebamme einen Kreuzstich angeboten. Mit der PDA ist es angenehmer geworden, allerdings wurde der kleine Bauchbewohner immer wieder mit einem lauten Geräusch geweckt, da er am Einschlafen war. Wehenverstärker wurden per Infusion verabreicht, um die Geburt in Gang zu setzten. Gegen 17:30 Uhr meinte dann die Ärztin, dass die Herztöne vom Baby nicht gut aussehen würden und sie würde jetzt einen Kaiserschnitt machen. Schon waren eine Menge Spezialisten im Zimmer und haben beraten was das Beste in der Situation sein würde.  Da mein Muttermund so lange gebraucht hat sich zu öffnen, wäre das Risiko zu hoch, dass mein Sohn es lebend auf natürliche Weise schaffen würde, somit: Kaiserschnitt. Sofort wurde ein Wehenblocker eingesetzt der meinen ganzen Körper zum Zittern brachte. Ich musst noch vor Ort die Risiken und Nebenwirkungen eines Kaiserschnittes unterschreiben und wurde in den OP-Raum gebracht. Das Gefühl werde ich nie vergessen – als würde einem jemand die Gedärme aus dem Bauch rausreißen. Da mein Baby schon im Geburtskanal war, mussten die Spezialisten auch kräftig ziehen, um ihn da auszuholen. Blutverschmiert wurde er mir dann gegen meine Wange gedrückt und dann sofort zum Waschen gebracht. Da war es bei mir auch schon vorbei, ich musste mich mehrmals kräftig übergeben und danach klappte der Kreislauf zusammen.

Das Aufwachen nach der OP

Ich bin dann 2,5 Stunden später im Aufwachraum aufgewacht und zitterte immer noch am ganzen Körper. Wieder habe ich Infusionen bekommen und nach einer weiteren Stunde hat man mich dann zu meinem Mann und meinem Baby gebracht. Ich habe das Gefühl, das mein Kind noch nicht bereit war für die Welt und hätte man ihm noch paar Tage im Bauch gegönnt, wäre er bestimmt von selbst gekommen. Leider lässt es das System in Österreich nicht zu.

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